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HR: der Schlüssel zu Qualitätsbewusstsein im Unternehmen

von Development Group Redaktion

Um das Qualitätsbewusstsein ist es in vielen deutschen Unternehmen schlecht bestellt. Über 40 Prozent setzen viel mehr auf Lieferfähigkeit, so dass schlechte Qualität oft erst beim Kunden erkannt wird. Ein trauriges Ergebnis, das die Studie „Qualitätsbewusstsein als Wettbewerbsfaktor“, die wir gemeinsam mit dem CMI durchgeführt haben, zutage fördert. Denn mit dieser Einstellung setzen die Unternehmenslenker das Gütesiegel „made in Germany“ aufs Spiel. Nach einer weltweiten Befragung des Statistikportals „Statista“ und dem Marktforschungsunternehmen Dalia Research ist „Made in Germany“ immer noch das beliebteste Label, vor allem im Bereich Qualität.

Qualität – was ist das?

Unsere Qualitätsstudie zeigt außerdem, dass

  • fast zwei Drittel der Manager in deutschen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sich nicht um die Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität ihres Unternehmens kümmern können oder wollen.
  • es bei knapp 50 Prozent der Unternehmen kein einheitliches Qualitätsverständnis gibt: „Wir sprechen von unterschiedlichen Dingen.“
  • bei 53 Prozent der Mensch beim Qualitätsmanagement nicht berücksichtigt wird. So werden Mitarbeiter nur teilweise ermutigt, aktiv Ideen zur Qualitätsverbesserung einzubringen. Auch die Fehlerkultur wirkt sich bei den Befragten eher als Hemmschuh aus: sie trauen sich nur teilweise, Vorschläge zur Verbesserung der Qualität zu unterbreiten.

Diese Haltung kostet richtig Geld: 26 Prozent der Studienteilnehmer zahlten für schlechte Qualität zwischen drei und knapp sechs Prozent des durchschnittlichen Gesamtumsatzes der letzten drei Jahre, knapp acht Prozent hatten Kosten von bis zu zehn Prozent des Umsatzes. Bei knapp drei Prozent fielen sogar mehr ein Zehntel ihres Umsatzes der schlechten Qualität zum Opfer.

Wirtschaft, wach auf!

Unternehmen mit dieser Einstellung riskieren viel: ihr Image, ihren unternehmerischen Erfolg, Existenzen. Zugegeben, Manager stehen aktuell vor riesigen Herausforderungen. Gerade diejenigen, die ihr Unternehmen schon viele Jahre leiten und sich in ihrer Komfortzone „das haben wir schon immer so gemacht“ sehr wohlfühlen. (Link auf den betr. Blog). Die Themen sind bekannt: Industrie 4.0, Digital Natives, Virtual Work, etc. Das darf aber kein Grund sein, auf Bewährtem zu beharren und das Erreichte aufs Spiel zu setzen.

Manager müssen sich im Klaren sein: Produkte und Dienstleistungen werden nur dann beim Kunden erfolgreich sein, wenn das Gesamtpaket stimmt: pünktliche Lieferung, kompetenter Service, attraktives Marketing, der Kunde im Fokus. Integriertes Management ist die Devise.

Frag doch mal HR

In den meisten Unternehmen ist die dazu erforderliche Expertise vorhanden. Sie haben top-ausgebildete HR-Mitarbeiter. Jedoch nutzen viele dieses Wissen nicht. Dabei weiß HR, wie Menschen ticken, und verfügt über das erforderliche Know-how und die Erfahrung, Qualitätsbewusstsein in den Köpfen und Herzen der Mitarbeiter zu verankern. Sollten sie zu wenige Ressourcen haben, können sie sich Experten an die Seite holen, die sie dabei unterstützen, das Thema Qualität zum Bestandteil der Unternehmenskultur zu machen.

Folgende fünf Schritte helfen, ein gemeinsames Mindset im Unternehmen zu etablieren.

  1. Qualitätsverständnis. Eine Befragung gibt Aufschluss darüber, wie es um das Thema Qualität im Unternehmen bestellt ist. Was verstehen die Mitarbeiter darunter? Ist eine gemeinsame Basis im Unternehmen vorhanden?
  2. Qualitätsziele. Ziele müssen messbar sein, „mehr Umsatz“ reicht hier nicht. Ein echtes Ziel ist beispielsweise „10 Prozent mehr Umsatz mit Produkt x im nächsten Geschäftsjahr“. In die Zieldefinition sind Liefer-, Verkaufs-, Produktions-, Marketingziele ebenso mit einzubeziehen wie HR-Ziele und die strategischen Ziele des gesamten Unternehmens. Stehen sich welche im Weg, gilt es zu priorisieren.
  3. Wissen. HR stellt im Dialog fest, wie viel Wissen vorhanden ist. Auf dieser Basis kümmern sie sich um entsprechende Weiterentwicklung und sorgen dafür, dass alle Führungskräfte und Mitarbeiter an diesen Maßnahmen teilnehmen.
  4. Vorbild. Unsere Studie zeigt, dass Qualitätskultur ohne Wirkung bleibt, wenn Manager sie nicht vorleben. Daher ist es eine wesentliche Aufgabe von HR, die Manager dafür zu sensibilisieren und ihnen Know-how an die Hand zu geben, wie sie ihre Rolle als Vorbild ausfüllen. Nur wenn sie selbst sich Qualität auf die Fahne schreiben, können sie ihre Mitarbeiter motivieren.
  5. Qualitäts-Kultur. Kulturentwicklung ist eine HR-Schlüsselkompetenz. Damit können sie gemeinsam mit dem Management Qualitätsbewusstsein und -handeln in die Organisation hineintragen. Das gelingt am besten, wenn die Mitarbeiter diese Werte mitgestalten. Was heißt das? Was ist den Mitarbeitern wichtig? Was brauchen sie, um Qualität zu leben?

Wir erleben in unseren Projekten immer wieder: HR ist Dreh- und Angelpunkt, wenn es ein gemeinsames Bewusstsein zu schaffen und dieses nachhaltig im Unternehmen zu verankern gilt.