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Tradition: Hemmschuh für den Wandel

von Development Group Redaktion

„Das haben wir schon immer so gemacht“ Diese sieben Worte stehen Managern im Wege, die schon viele Jahre an der Spitze ihrer Unternehmen stehen. Bei zahlreichen Firmen haben sie dazu geführt, dass sie vom Markt verschwunden sind. Prominente Beispiele sind Kodak, Nokia und Unister Holding, um nur einige zu nennen.

Zu „alt“ für die Wirtschaft?

Wie eine Studie von Heidrick & Struggles zeigt, sind nur zwei Prozent der Vorstandsvorsitzenden jünger als 49 Jahre, die meisten sind durchschnittlich 56 Jahre alt. Nur 27 Prozent haben einen digitalen Hintergrund, lediglich 20 Prozent kommen von außerhalb in das Unternehmen. Diese Zahlen machen das Dilemma deutlich, in dem Unternehmen heute stecken: Sie drohen an der Digitalisierung zu scheitern, weil ihre Manager zu sehr in ihrer Führungstradition verhaftet sind. Letzteren fehlt oftmals das digitale Gen, das sie brauchen, um ihre Marktposition weiter zu behaupten, zu stärken bzw. sich den Erfordernissen in der digitalen Welt anzupassen. Auch sind sie nicht bereit, ihren jüngeren, digital affinen Managern zu vertrauen. Das passt einfach nicht in ihre traditionelle Welt.

Digitale Gründer: Mit voller Kraft voraus

Dabei sind die Weichen auf Wachstum gestellt, und die Wirtschaft hat ordentlich an Fahrt aufgenommen. Laut KFW-Monitor hat die Zahl der innovativen Gründungen im Vergleich zu 2015 um sechs Prozent zugenommen und ist auf 763.000 Unternehmer wieder leicht angestiegen. 20 Prozent davon sind „Digitale Gründer“, die häufig auch auf internationalen Märkten aktiv sind. Heute gelingt es schon kleinen Unternehmen, sich innerhalb kürzester Zeit eine starke Marktposition aufzubauen. Höchste Zeit für traditionelle Manager, umzudenken und sich auf das neue Tempo einzustellen. Manager müssen lernen, „out of the box“ zu denken. Das erfordert viel Mut und fühlt sich erst einmal ungewohnt an. Daher ist es sinnvoll, sich für diese Phase des Umdenkens erfahrene Begleiter an die Seite zu holen, die dabei helfen, mit den daraus entstehenden Ängsten und Unsicherheiten umzugehen.

Die Facetten des Unternehmenserfolgs

Es gibt zahlreiche Stellschrauben, an denen Unternehmenslenker ansetzen können, um ihr Schiff auf Kurs zu halten bzw. wieder zu bringen: Finanz- und Vertriebsstrategie, Marktwissen, Kundenzugang, Lösungskompetenz, Produkt- und Leistungsqualität, Innovation, Mitarbeiterkompetenz und Motivation, Teamgeist und flexible Reaktion auf sich ständig verändernde Anforderungen. Hinter diesen Facetten stehen Menschen verschiedener Generationen. Und genau hier liegt die Herausforderung. Das Miteinander

  • Generationsgrenzen überwinden. Traditionelle Manager haben ein unschätzbares Gut: ihre Erfahrung. Über lange Jahre haben sie Wissen und Kompetenzen aufgebaut, das in keinem Lehrbuch zu finden ist. Die junge Generation hingegen ist mit der Digitalisierung aufgewachsen. Für sie ist es selbstverständlich, dass sich Rahmenbedingungen und damit Geschäftsmodelle schnell ändern. Unternehmer, die es schaffen, die Vorteile aus beiden Welten zu verbinden, haben den Grundstein für künftigen Unternehmenserfolg gelegt.
  • Eingetretene Pfade verlassen. Unternehmenslenker sollten den Mut haben, sich auf Neues einzulassen und ihren jungen Mitarbeitern Vertrauen schenken. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen dafür, in Zeiten der Digitalisierung den Anschluss nicht zu verlieren. Weg von stabilen Grenzen hin zu disruptiven Geschäftsmodellen. Ein hervorragendes Beispiel für ein Unternehmen, das Tradition und Moderne perfekt miteinander verbindet, ist Würth. Es hat sich vom Schraubenhandel hin zu einem führenden Anbieter von Montage- und Befestigungssystemen entwickelt. MTU, gegründet 1934, hat sich vom Flugzeugmotorenbauer zum führenden deutschen Triebwerkhersteller entwickelt und ist weltweit erfolgreich.
  • Unternehmerisches Selbstbewusstsein entwickeln. Den Wandel als Herausforderung sehen, die eigenen Komfortzonen verlassen und über Abteilungs- und Bereichsgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Damit stellen Unternehmenslenker die Weichen, die Digitalisierung als Sprungbrett für die weitere Entwicklung des Unternehmens zu sehen. Oftmals erfordert das eine Änderung der Unternehmenskultur. Um diesen Wandel erfolgreich umzusetzen, braucht es Sparringspartner mit dem Blick von außen, die klar analysieren, an welchen Stellschrauben es anzusetzen gilt. Und die den Unternehmenslenkern offen und ehrlich den Spiegel vorhalten.

Wenn traditionelle Unternehmenslenker bereit sind, Veränderung zuzulassen und der „digitalen Generation“ zu vertrauen, werden sie auch künftig noch erfolgreich im Markt agieren können.

Bildquelle: pexels.com